Bei den Protesten auf dem Taksim-Platz in Istanbul sind 14 Journalisten zum Teil schwer verletzt worden. Darunter sei der Reuters-Fotograf Osman Orsal, der im Istanbuler Bezirk Beyoglu von einer Tränengasgranate am Kopf getroffen und schwer verletzt worden sei, teilte Reporter ohne Grenzen (ROG) mit.
Ein weiterer Fotograf der türkischen Zeitung «Hürriyet», Selcuk Samiloglu, sei von einer Gummikugel an der Hand und von einem weiteren Geschoss am Kopf getroffen und mehrere Journalisten von Polizisten zusammengeschlagen worden.
Die Reporterorganisation verurteilt das brutale Vorgehen der türkischen Polizei gegen Journalisten. ROG-Geschäftsfüher Christian Mihr forderte die Behörden auf, die Verantwortlichen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.
In der Kritik der Demonstranten auf dem Taksim-Platz stünden auch die grossen türkischen Medienhäuser, die tagelang kaum über die Proteste berichtet hätten, teilte ROG mit. Schauspieler, Schriftsteller, Musiker und Intellektuelle hätten diese Haltung angeprangert und sich gegen die Berichterstattung der Fernsehsender NTV, CNN Türk, Haber Türk TV, Kanal D, ATV, Star TV, Show TV und TRT sowie der Zeitungen «Star», «Sabah» und «Haber Türk» gewendet.