Marketing und Events kommen immer näher: Bei der Politik-Veranstaltung «McDonald´s Burger Dialog» sind die deutschen Politiker Paul Ziemiak (CDU), Jochen Ott (SPD) und Tim Achtermeyer (Bündnis 90/Die Grünen) in Köln-Kalk nähergekommen und haben über das Thema «Sozialer Aufstieg in Deutschland» gesprochen.
Sie sind sich dabei einig: Herkunft darf in Deutschland keine Schicksalsfrage sein. Rapper Eko Fresh, der selbst in Köln-Kalk aufgewachsen ist und sich echte Veränderung für die Menschen im Viertel wünscht, benannte Missstände und lieferte konkrete Impulse für die Debatte, wie McDonalds in einer Medienmitteilung schrieb.
Eko Fresh, dessen Vater als Gastarbeiter nach Deutschland kam, formulierte die Sehnsucht dahinter: «Irgendwann wirklich etwas besitzen, ein Auto, eine Wohnung, vielleicht sogar ein Häuschen. Bei der Mehrheitsgesellschaft ankommen und mitmachen. Das ist der Traum.»
Die Lösungsansätze könnten unterschiedlicher nicht sein: Ziemiak plädierte für Steuersenkungen und Wirtschaftsförderung: Mehr und besser bezahlte Jobs schafften die Grundlage für Aufstieg. Sprachkenntnisse seien dafür unerlässlich. «Sozialer Aufstieg funktioniert nur, wenn man sich das Leben auch leisten kann. Die Mieten sind zu hoch, die Steuern für diejenigen, die anfangen zu arbeiten, sind zu hoch. Wer sich hochgekämpft hat, muss sich auch etwas aufbauen können.»
Jochen Ott nannte andere Herausforderungen: «Der Mittelmässige aus Köln-Lindenthal hat bessere Chancen als der Tüchtige aus Köln-Kalk - wegen der Netzwerke, wegen des Umfelds.»
Er mahnte konkrete Investitionen in Bildung und gezielte Förderung belasteter Stadtteile an: «Wir brauchen eine vernünftig ausgestattete Gesamtschule und in diesen Stadtteilen eine besondere Förderung für die Kitas.»
Achtermeyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mahnte strukturelle Lösungen an: «Nicht alle haben die gleichen Einstiegschancen. Das gleicht kein individueller Ehrgeiz aus.» Das Leben sei eben keine Pommes. Es gehe nicht immer geradeaus. Der Staat müsse dafür sorgen, dass Umwege und Neuanfänge keine Sackgassen werden.
Von Seiten der PR-Abteilung von McDonalds heisst es zum Event-Format: «Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt. Kalk steht exemplarisch für sozial benachteiligte Stadtteile in deutschen Grossstädten: Nach einer Erhebung der Stadt Köln ist fast ein Viertel der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen. Mehr als 60 Prozent haben eine Migrationsgeschichte.»
«Mit dem Burger Dialog bringt McDonald's Deutschland junge Menschen, Politikerinnen und Politiker sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft in McDonald's Restaurants zusammen, um offen über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln», wie der Konzern abschliessend schreibt.



