Der Weltfechtverband (FIE) hat sich vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg gegen die Nachrichtenagentur Reuters durchgesetzt.
Das Gericht verbot es Reuters, zu behaupten, ein offener Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei von «fast 3000 Athleten und Trainern» unterzeichnet worden.
Reuters konnte diese Angabe nicht genügend belegen, befand das Gericht in Hamburg.
Auslöser des Verfahrens war ein am 5. Mai veröffentlichter offener Brief an IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und die Führung des Weltfechtverbandes. Darin wurden Vorwürfe gegen den Verband erhoben und eine unabhängige Untersuchung gefordert.
Reuters berichtete über den Brief und schrieb, nahezu 3’000 Athletinnen, Athleten und Trainer hätten ihn unterzeichnet. Diese Aussage wurde von vielen Medien weltweit übernommen.
Das Gericht kam nun zum Schluss, dass dies nicht den Tatsachen entspreche. Demnach sei die Unterzeichnung des Briefs über ein frei zugängliches Online-Formular erfolgt. Das heisst, ohne Überprüfung der Identität oder der behaupteten Funktion als Athlet oder Trainer.
Auch habe es zahlreiche anonyme Einträge gegeben.
Reuters hat den beanstandeten Artikel inzwischen korrigiert und die Angabe von «fast 3.000 Athleten und Trainern» gelöscht.
Ob die Vorwürfe des offenen Briefs zutreffen, war nicht Gegenstand des Verfahrens. Das Gericht befasste sich nur damit, ob die Aussage zur Zahl und Identität der Unterzeichner zulässig sei oder nicht.



