Wenn Roger Köppel zur «Weltwoche»-Sommerparty ins frühere Stripteaselokal Terrasse einlädt, kommen fast alle – in diesem Jahr zwar nicht ganz so viele Prominente aus der Zwinglistadt, stattdessen war das Paparazzi-Team des Klein Reports mit wachem Blick und gezücktem Notizblock wieder vor Ort.
Auch die internationale Garde der Kreml-Lobby liess sich das Vergnügen nicht nehmen: AfD-Wahlschweizerin Alice Weidel gab sich händchenhaltend mit Ehefrau Sarah Bossard und begleitet von vier Personenschützern die Ehre.
Ihr AfD-Parteigefährte Tino Chrupalla war für den grossen Anlass ebenso aus Deutschland angereist wie RT-Anchorman Alexander Korostelew. Die serbische Flanke wurde von SVP-Soldat und Köppel-Gewährsmann Mihajlo Mrakic vertreten.
In seiner alljährlichen Ansprache widmete sich der «Weltwoche»-Chef nicht dem kürzlichen Besuch des Fussball-WM-Finals und seiner Männerfreundschaft mit Gianni Infantino, sondern positionierte sich – zur Freude des ewigen Ehrengasts Christoph Blocher – als strammer Abstimmungskämpfer für die Neutralitätsinitiative. Grundtenor: «Man kann über alles reden, aber wer hier bleiben möchte, muss Ja stimmen.»
Verleger Köppel zeigte sich in bester Laune von seiner charmant-eloquenten Seite. Gleichwohl sorgte er bei einigen Gästen für Stirnrunzeln – weniger bei Starfotograf Hannes Schmid, der zu den dankbaren Auftragnehmern der «Weltwoche» zählt, sondern bei «Nebelspalter»-Chef Markus Somm, der bei der Neutralitätsinitiative vom Köppel-Kurs abweicht.
Auch Ständerat Daniel Jositsch dürfte sich seinen Teil gedacht haben.
Eine unlängst vom «Tages-Anzeiger» veröffentlichte Geschichte passte ebenfalls nicht so ganz zum vaterländischen Treuegelübde des Gastgebers: Köppel baut sich ein Feriendomizil im norditalienischen Oria. Hoch lebe die EU!
Dies dürfte Terrasse-Gastgeber Rudi Bindella senior freuen, der einmal mehr vorzügliche Spezialitäten mit einem Flair Italianità auftischte.
Und schliesslich gab es auch verlegerisch einen triftigen Grund zum Feiern: Die «Weltwoche» feiert «20 Jahre Köppel» – oder umgekehrt. So oder so. Ob man sich 2046 auch noch zum Sommerfest trifft, wird sich weisen. Der Merlot (Antenata) aus dem Hause Bindella wäre es in jedem Fall wert.



