Kurz vor dem Urnengang zur Erbschaftssteuerinitiative hat die SRF-Fernsehsendung von Barbara Bleisch und Yves Bossart gegen das Vielfaltsgebot verstossen.
Zu diesem Fazit kam die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) in ihrem am Freitag publizierten Entscheid.
In ihrer Sendung unter dem Titel «Ist erben fair?» positionierten sich Barbara Bleisch und Yves Bossart am 8. November 2025, also drei Wochen vor der Abstimmung, «einseitig für die Erbschaftssteuer», wie die UBI schreibt.
Zwar handle es sich bei der (Zweit-)Ausstrahlung um die Wiederholung einer bereits 2021 produzierten Sendung. Da diese aber in die sensible Phase vor der eidgenössischen Volksabstimmung am 30. November 2025 fiel, befand das Gremium, dass das Vielfaltsgebot geritzt worden sei.
Die Redaktion hatte den Fehltritt schon vor der Ombudsstelle zugegeben. Das Versäumnis erklärt sie mit dem «Füllen einer kurzfristigen Programmlücke» und entschuldigte sich auf der SRF-Website.
Deshalb verzichtete die UBI auf die Durchführung des Massnahmeverfahrens, wie es vom Radio- und Fernsehgesetz geregelt ist.




