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Freitag
28.08.2026

TV / Radio

Die US-Philosophin Kate Manne (l.) im Gespräch mit Barbara Bleisch... (Bild: Screenshot srf.ch)

Die US-Philosophin Kate Manne (l.) im Gespräch mit Barbara Bleisch... (Bild: Screenshot srf.ch)

Beim Soundcheck zu «Sternstunde Philosophie» kam es zu einer verbalen Belästigung der feministischen US-Philosophin Kate Manne. Über die eingeleiteten Massnahmen hält sich das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) bedeckt.

Weshalb das Studioteam nicht interveniert habe, als diese obszönen Sätze gegenüber Kate Manne vom Übersetzer ausgesprochen worden sind, wollte der Klein Report von der SRF-Spitze wissen.

«Die Tonproben mit dem Übersetzer fanden vor dem aufgezeichneten Gespräch statt. Die Proben dienen dazu sicherzustellen, dass bei fremdsprachigen Gesprächen die Simultanübersetzung gut funktioniert», sagte Mediensprecherin Nadine Gliesche «im Namen von SRF» ausweichend.

Gemäss «Blick» hatten mehrere Personen davon Kenntnis gehabt, dass ein Übersetzer beim Soundcheck Kate Manne obszöne Sätze ins Ohr geflüstert hatte.

Auf die Frage, was Sendungsleiterin Barbara Bleisch unternommen habe, sagte Gliesche: «Moderatorin Barbara Bleisch hat den Vorfall nicht direkt mitbekommen. Die Tonproben fanden vor dem aufgezeichneten Gespräch statt und spielen sich so ab, dass die Moderation im Studio nicht hört, was den Gästen aufs In-ear gesprochen wird.»

Die Proben dienten dazu sicherzustellen, dass bei fremdsprachigen Gesprächen die Simultanübersetzung gut funktioniert. «Kate Manne und Barbara Bleisch haben sich auch nach dem Interview noch länger persönlich unterhalten.»

SRF respektiere und schütze die persönliche Integrität aller Mitarbeitenden und Gäste. Bei sexueller Belästigung und sexistischem Verhalten gelte Nulltoleranz.

«SRF hat den Vorfall mit allen Beteiligten umgehend und sorgfältig gemäss dem geltenden Reglement über den Schutz der persönlichen Integrität geprüft und die notwendigen Schritte eingeleitet», heisst es gegenüber dem Klein Report.

Welche das sind, wollte die Mediensprecherin gegenüber dem Klein Report nicht sagen. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes machen wir keine weiteren Angaben zum laufenden Prozess und zu persönlichen Daten unserer Mitarbeitenden.»

Kate Manne selbst liess in einem Online-Essay nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig: «Es ist immer verlockend, die eigene Geschichte herunterzuspielen, bevor es jemand anderes tut. Lieber die Auswirkungen einer Erfahrung gelassen hinnehmen, als die Demütigung zu riskieren, dass andere die eigene Reaktion infrage stellen. Noch besser: schweigen», schreib die US-Philosophin zu dem Vorfall.

Darauf angesprochen, was die Redaktionsleitung von «Sternstunde Philosophie» und die SRF-Führung dazu sagen, antwortete Judith Hardegger, Leiterin Gesellschaft bei SRF, gegenüber dem Klein Report: «Wir prüfen den Vorfall intern. Ob und in welcher Form Anpassungen nötig sind, werden wir auf Basis dieser Erkenntnisse beurteilen. Ich bedaure den Vorfall, bin in persönlichem Kontakt mit Kate Manne und habe mich bei ihr entschuldigt.»