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Donnerstag
27.08.2026

Medien / Publizistik

Im Gemeindehaus Eschenbach will man die Kommunikation selber orchestrieren... (Bild: zVg)

Im Gemeindehaus Eschenbach will man die Kommunikation selber orchestrieren... (Bild: zVg)

Bruno Hug, Verleger von «Linth24», zieht die Notbremse und berichtet künftig nicht mehr über die Gemeinden Eschenbach und Amden. 

Grund: Die beiden Kommunen weigern sich, für die Präsenz in den «Gemeindefenstern» des Portals zu bezahlen. Gleichzeitig engagiert Hug mit Martina Heinrich eine neue Redaktionsleiterin.

Das St. Gallische Eschenbach ist nicht das Zentrum der Welt. Im Linthgebiet ist die Gemeinde mit über 10’000 Einwohnerinnen und Einwohnern jedoch ein wichtiger Faktor – und nach Rapperswil-Jona die zweitgrösste Kommune der Region.

Medial hat Gemeindepräsident Cornel Aerne von der Mitte-Partei bereits vor einigen Wochen ein Zeichen gesetzt: Gemeinsam mit dem Gemeinderat entschied er, nicht auf das Angebot des Rapperswiler Verlegers Bruno Hug einzugehen und für die Publikation amtlicher Mitteilungen auf der Plattform «Linth24» zu bezahlen.

Aus diesem Grund hat Bruno Hug, der nach neuen Finanzierungsmodellen für seine Internetmedien sucht, nun Konsequenzen gezogen. Auf der «Linth24»-Webseite wird mitgeteilt, dass künftig nicht mehr über Eschenbach berichtet werde.

Gleiches gelte für Amden – denn auch dort hat sich die Gemeinde gegen Hugs Projekt entschieden. Beide Kommunen werden künftig über ihre eigenen Kanäle wie Webseite, Gemeindeblätter und Aushänge sowie über die kantonale Plattform kommunizieren.

Damit kommt es im Linthgebiet zu einer eigentlichen medialen Kraftprobe. Von den zehn Gemeinden haben sich bisher erst Rapperswil-Jona und Schmerikon zu einer Zusammenarbeit mit «Linth24» entschlossen. Die übrigen Kommunen wollen sich noch diese Woche entscheiden.

Im Kern geht es dabei um eine grundsätzliche Frage: Wie können lokale Online-Medien finanziert werden, ohne dass bezahlte Gemeindefenster und unabhängige journalistische Berichterstattung miteinander verschwimmen? Die Antwort darauf könnte weit über das Linthgebiet hinaus von Bedeutung sein.

Unabhängig davon besetzt Bruno Hug die Position der Redaktionsleitung bei «Linth24» neu – mit der Ostschweizer Journalistin Martina Heinrich. Nun bezieht sie am Hauptplatz in Rapperswil-Jona ihr Büro – in einem publizistisch, politisch und wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld.