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Mittwoch
29.07.2026

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Hat Milliarden von Argumenten. Doch Fifa-Präsident Gianni Infantino bringt die europäischen Verbände und Klubs gegen sich auf... (Bild: Wikipedia)

Hat Milliarden von Argumenten. Doch Fifa-Präsident Gianni Infantino bringt die europäischen Verbände und Klubs gegen sich auf... (Bild: Wikipedia)

Gianni Infantino erhöht im Milliardenpoker um die Zukunft der FIFA den Druck. 

In einem Schreiben an alle 211 Mitgliedsverbände setzt der FIFA-Präsident eine Frist bis zum 19. September: Mit einer einfachen Mehrheit sollen die Verbände über den Einstieg amerikanischer Investoren in das kommerzielle Geschäft der FIFA entscheiden. Im Gegenzug stellt Infantino Ausschüttungen von über zehn Milliarden US-Dollar bis 2038 in Aussicht – statt der bisher vorgesehenen 2,7 Milliarden.

Infantino spricht von einer «vollkommen demokratischen Entscheidung». Kritiker sehen dagegen den Versuch, die finanzielle Abhängigkeit vieler kleiner Verbände zu nutzen, um Europas Widerstand zu überstimmen.

Genau dieser Widerstand wächst. Nachdem die UEFA die Pläne bereits als Überschreiten einer «roten Linie» bezeichnet hatte, legen nun auch die europäischen Ligen («European Leagues») nach. Sie sprechen von einer «leichtsinnigen und spaltenden Entwicklung» und erklären unmissverständlich: «Die Weltmeisterschaft steht nicht zum Verkauf.» Der FIFA-Präsident dürfe den bedeutendsten Wettbewerb des Fussballs nicht wie einen Private-Equity-Vermögenswert behandeln. Vielmehr werde dessen Wert täglich von Ligen, Klubs, Spielern und Fans geschaffen – ohne dass diese bei den Plänen eine Stimme hätten.

Auch Bundesliga-Geschäftsführer und UEFA-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke verschärft den Ton: «Viele im europäischen Fussball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fussball an. Diese Haltung teile ich.» Der Präsident des Deutschen Fussball-Bundes, Bernd Neuendorf, kritisiert zudem, dass der FIFA-Rat bei einem Projekt dieser Tragweite nicht einmal einbezogen worden sei. Seine Einschätzung ist deutlich: Sollte Europa geschlossen auftreten, werde die FIFA keine Investoren finden.

Das ist der eigentliche Hebel. Europa verfügt über die führenden und reichsten Klubs der Welt, die wirtschaftlich stärksten Ligen, die grössten TV-Märkte und den überwiegenden Teil der globalen Sponsoren. Die «European Leagues» kündigen deshalb an, gemeinsam mit der UEFA die langfristigen Interessen des Fussballs zu verteidigen. Ohne Europas Rückhalt verliert jedes Investment einen wesentlichen Teil seines wirtschaftlichen Werts.

Die europäischen Schlagzeilen drehen sich längst nicht mehr nur um einen Finanzdeal. Sie handeln von einem Machtkampf um die Zukunft des Weltfussballs. Infantino setzt auf die Stimmenmehrheit seiner 211 Mitgliedsverbände. Europa setzt auf seine wirtschaftliche Bedeutung.

Der FIFA-Präsident spielt mit dem Feuer. Denn sollte die UEFA gemeinsam mit den europäischen Ligen geschlossen bleiben, könnte aus seinem Milliardenprojekt am Ende das grösste Eigentor seiner Amtszeit werden.