Der Machtkampf beim FC St. Gallen ist vorerst entschieden: Präsident Matthias Hüppi bleibt im Amt.
Dafür ziehen sich vier Grossaktionäre zurück. Nach Tagen voller Gerüchte, Rücktrittspläne und Intrigen präsentierte sich der Klub am Mittwochvormittag demonstrativ geeint.
Noch am Dienstagnachmittag hatte alles nach einem Sturz des ehemaligen SRF-Moderators ausgesehen. Ex-Regierungsrat Stefan Kölliker bestätigte gegenüber dem Schweizer Fernsehen (SRF) bereits öffentlich, er werde Hüppi beerben.
Gleichzeitig kursierten Namen möglicher neuer Verwaltungsräte. Die Ära Hüppi schien nach dem Cupsieg – dem ersten Titelgewinn des Klubs seit 26 Jahren – abrupt zu enden.
Nun kam alles anders. An einer emotionalen Medienkonferenz um 11 Uhr am Mittwoch erklärte Hüppi, es gehe «immer um das Wohl des Klubs». Er werde sich «sicher nicht vom Acker machen».
Die vier Verwaltungsräte, die zuvor ihren Rücktritt angeboten hatten, bleiben ebenfalls im Amt. Dafür verlassen mit Patrick Thoma, Roland Gutjahr, Martin Jäger und Ernst Eisenhut vier gewichtige Aktionäre das Machtzentrum des Klubs.
Auffällig in den vergangenen Tagen: die geschlossene Solidarität aus Hüppis altem SRF- und Medienumfeld. Besonders laut meldete sich TV-Legende Beni Thurnheer zu Wort. Gegenüber dem «Blick» sprach der 76-Jährige von einem «Skandal» und einem «absoluten Tiefpunkt». Hüppi sei «der beste Präsident in der Geschichte des FC St. Gallen».
Thurnheer ging noch weiter – und drohte indirekt den Rebellen im Aktionariat: «Meine zehn FC-St.-Gallen-Aktien würde ich sofort verkaufen, falls sie ihn tatsächlich absägen.»
Die Wortmeldung zeigt, wie stark Matthias Hüppi nach wie vor über sein jahrzehntelang aufgebautes Netzwerk agieren kann. Denn der ehemalige SRF-Reporter und Moderator konnte in den letzten Tagen auf auffallend wohlwollende Unterstützung aus medialen Kreisen zählen.
Dass ausgerechnet SRF frühzeitig über Köllikers angeblich beschlossene Machtübernahme berichtete, verlieh dem internen Streit zusätzliche Dynamik – und erhöhte gleichzeitig den öffentlichen Druck auf die Gegenseite.
In St. Gallen bleibt nun zwar Hüppi im Sattel. Die Ereignisse der letzten Tage zeigen jedoch, wie fragil die Machtverhältnisse beim Traditionsklub geworden sind.
Der Cupsieg geriet innert Stunden zur Nebensache.




