Während die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft am Dienstag Richtung WM-Trainingslager in San Diego abhob, blieb der Basler Stürmer Breel Embolo vorerst in der Schweiz.
Der Schweizer Fussball-Verband (SFV) teilte mit, die ESTA-Einreisegenehmigung des Spielers für die USA sei zunächst bewilligt gewesen, am Morgen der Abreise jedoch erneut zur Prüfung geöffnet worden. Man hoffe auf eine rasche Nachreise.
In den Medien wurde der Vorgang mit Staunen registriert. Dabei ist die eigentliche Überraschung eher, dass sich überhaupt jemand wundert.
Embolo ist nicht bloss ein prominenter Fussballer mit einer unangenehmen Altlast. Er ist rechtskräftig verurteilt – seit diesem April: Das Basler Appellationsgericht sprach ihn wegen mehrfacher Drohung schuldig; nachdem er auf den Weiterzug ans Bundesgericht verzichtete, wurde das Urteil rechtskräftig.
Die bedingte Geldstrafe beträgt 45 Tagessätze zu je 3’000 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre und läuft. Die Höhe des Tagessatzes ist einkommensabhängig.
Der Fall geht auf eine nächtliche Eskalation in der Basler Innenstadt zurück. Nach einer Zurückweisung durch eine Frau verlor Embolo gemäss Gericht die Contenance. «Ich mache dich fertig», sagte er zu einem Mann; einem anderen drohte er, ihn verprügeln zu lassen. Das Gericht befand, der Nationalspieler habe seine Prominenz gezielt genutzt, um einzuschüchtern.
Dass eine solche Verurteilung bei der Einreise in die USA Fragen auslöst, ist keine Intrige gegen die Nati und auch kein plötzliches Flughafen-Mysterium. Das ESTA-Verfahren fragt ausdrücklich nach einschlägigen Verurteilungen.
Und unter Präsident Donald Trump ist die amerikanische Einreisepolitik nicht gerade als Wellnessprogramm für Reisende mit problematischer Aktenlage bekannt geworden.
Ob Embolos Verurteilung tatsächlich der konkrete Grund für die laufende Prüfung ist, haben die US-Behörden bisher nicht offiziell bestätigt. Doch absehbar war dieses Problem allemal.
Der SFV hofft nun, dass sein Stürmer rasch nachreisen kann. Der Ball liegt allerdings nicht mehr bei Nationaltrainer Murat Yakin – sondern bei den amerikanischen Grenzbehörden.




