Die Bundeskanzlei startet ein Programm für einen «digital souveränen Arbeitsplatz» unabhängig von Microsoft 365.
Konkret sollen ab Ende 2027 rund 3'000 Mitarbeitende der Bundesverwaltung eine eigenständige Arbeitsplatzsoftware mit zentralen Office-Funktionen nutzen können: E-Mail, Kalender, Dokumente, Präsentationen, Telefonie sowie Audio- und Videokonferenzen.
In der Pilotphase wird sie parallel zu Microsoft 365 betrieben. Als Testpersonen werden Mitarbeitende ausgewählt, die in «besonders kritischen Geschäftsprozessen» tätig sind, wie die Bundeskanzlei am Mittwoch dazu schreibt.
Für die erste Programmphase budgetiert die Bundeskanzlei 9 Millionen Franken. Das Geld kommt aus einem Topf, den das Parlament für eine neue «souveräne Schweizer Open-Source-Plattform für die Büroautomation» beschlossen hat.
In einer Machbarkeitsstudie wurden Grundfunktionen bereits getestet. Die Bundeskanzlei folgert daraus, dass die getestete Browserlösung «für zentrale Standardprozesse grundsätzlich geeignet» sei und auch einen «substanziellen Beitrag zu einer Notfalllösung leisten kann».
Dies zum Beispiel bei einem Ausfall von Microsoft 365.
Die Tests zeigten jedoch auch technische Grenzen. Insbesondere bei grossen Videokonferenzen lief es nicht ganz so glatt wie gewohnt, ist aus dem online gestellten Bericht der Bundeskanzlei weiter zu entnehmen.
Alles in allem will der Bund seine Verwaltung stärken in Punkto «digitale Souveränität» und «Resilienz für den Krisenfall».
Ob alle Arbeitsplätze der Bundesverwaltung auf eine von den Tech-Giganten unabhängige Lösung umgestellt werden können, bleibt offen, wie die Bundeskanzlei selber einräumt.




