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Mittwoch
15.07.2026

TV / Radio

«Die Ombudsstelle vermittelt, sie richtet nicht», sagt der langjährige «Tages-Anzeiger»-Journalist Edgar Schuler... (Bild: zVg)

«Die Ombudsstelle vermittelt, sie richtet nicht», sagt der langjährige «Tages-Anzeiger»-Journalist Edgar Schuler... (Bild: zVg)

Der «Tages-Anzeiger»-Journalist Edgar Schuler ist vom Publikumsrat zum neuen Co-Leiter der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz gewählt worden. Er ersetzt Urs Hofmann, der per Ende 2026 vorzeitig zurücktritt.

«Ich gebe meine Stelle beim 'Tages-Anzeiger' Ende Jahr auf. Mit bald 65 Jahren war mein Abschied ohnehin absehbar», sagte Schuler gegenüber dem Klein Report.

Umso mehr freue es ihn, dass sich mit der Ombudsstelle und der Zusammenarbeit mit Esther Girsberger nun eine «ebenso interessante wie anspruchsvolle neue Aufgabe» ergeben habe. 

«Dort kann ich meine langjährige journalistische Erfahrung einbringen. Der Zeitpunkt könnte kaum passender sein.» Zusammen mit Girsberger wird Schuler ab Januar 2027 die Ombudsstelle leiten.

Nach seiner Tätigkeit bei der «Neuen Zürcher Zeitung» ist Schuler seit 2005 in verschiedenen Redaktions- und Leitungsfunktionen beim «Tages-Anzeiger» tätig, zuletzt am Online-Newsdesk. Zudem war er unter anderem Mitglied der Jury des Schweizer Pressepreises und im Vorstand des Vereins Qualität im Journalismus. 

Die Ombudsstelle vermittelt zwischen Publikum und Redaktion. Darauf angesprochen, wo er dabei die grössten Herausforderungen sehe, sagte Edgar Schuler zum Klein Report: «Sie sagen es richtig: Die Ombudsstelle vermittelt, sie richtet nicht. Sie bildet ein Bindeglied zwischen den Redaktionen und dem Publikum – insbesondere zu jenen Menschen, die etwas beanstanden.» 

Ihm sei wichtig, sowohl die beanstandenden Personen als auch die Redaktionen und ihre jeweiligen Argumente ernst zu nehmen.

«Wir prüfen jede Beanstandung streng nach den gesetzlichen Vorgaben. Und wir müssen unsere Entscheide sorgfältig und nachvollziehbar begründen. Esther Girsberger und ich wollen nicht durch Autorität oder Druck überzeugen, sondern durch Sachlichkeit und präzise Argumente», so Schuler weiter.

Eine der grössten Herausforderungen dürfte die steigende Zahl der Fälle sein. 2025 gingen mehr als 1'400 Beanstandungen ein, so viele wie noch nie. «Das verlangt effiziente Verfahren, ohne die Qualität der Entscheide zu beeinträchtigen.»

Im Zentrum stehen für den neuen Co-Leiter der Ombudsstelle weniger die grossen medienethischen Debatten zu KI oder Desinformation als die konkreten Anliegen der Beanstandungen.

«Aber ja: Die zunehmende Polarisierung dürfte es schwieriger machen, zwischen tatsächlichen Sachfehlern und der blossen Unzufriedenheit mit einer zwar korrekten, aber politisch unerwünschten Darstellung zu unterscheiden», sagt Edgar Schuler zum Klein Report.

Und beim Thema Desinformation könnte laut Schuler künftig vermehrt auch die journalistische Verifikationsarbeit selbst zum Gegenstand von Beanstandungen werden. «Dann geht es nicht nur darum, was ein Medium berichtet, sondern auch darum, wie sorgfältig die Redaktion Informationen überprüft hat.»

Edgar Schuler studierte Publizistik, Germanistik und Philosophie an der Universität Zürich und absolvierte Weiterbildungen in Leadership und Management.

Die Co-Leiterin Ombudsfrau Esther Girsberger bleibt noch bis zum Ende der Wahlperiode im Februar 2028.