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Donnerstag
25.06.2026

Medien / Publizistik

Wieder ein Jöbli für Maissen... (© Bakom)

Wieder ein Jöbli für Maissen... (© Bakom)

Der pensionierte ehemalige Leiter des Bundesamts für Kommunikation (Bakom), Bernard Maissen (65), übernimmt von Daniel Hitzig (66) das Präsidium der Stiftung Schweizer Presserat.

Maissen war von Juli 2020 bis Herbst 2025 Direktor des Amtes, davor leitete er als Vizedirektor die Abteilung Medien.

Zum schnellen Wechsel ins Bakom ist er nach einem unrühmlichen Abgang als Chefredaktor der damaligen Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) gekommen, die heute unter Keystone-SDA firmiert.

Bei der Nachrichtenagentur war er von Oktober 2005 bis Dezember 2017 Chefredaktor und Mitglied der Geschäftsleitung. Davor arbeitete Maissen von 1992 bis 2003 unter anderem als Leiter der Inlandredaktion. Journalistisch arbeitete er unter anderem für die «Bündner Zeitung», und er war Chefredaktor des rätoromanischen Radios der SRG.

Um den Presserat und den Stiftungsrat laufen seit Monaten Machtkämpfe, wie mehrere Personen im Umfeld des Presserats dem Klein Report bestätigten. Die Träger des Schweizer Presserats können die Gremien nicht modernisieren, viele halten an ihren «Pöstelis» fest.

Die Trägerschaft besteht aus den Berufsverbänden Impressum und SSM, der Gewerkschaft Syndicom, dem Verein «Konferenz der Chefredaktoren» und dem Verlegerverband, Verband Schweizer Medien sowie der SRG.

Der freie Publizist Daniel Hitzig hatte ein kurzes Gastspiel. Hitzig folgte Mitte Juli 2025 auf Martina Fehr (52), die die Stiftung seit 2021 präsidiert hatte und sich nicht mehr für eine zweite Amtszeit aufstellen liess.

Auf die Frage des Klein Reports, weshalb Hitzig nur wenige Monate Präsident war, antwortete der Presserat über die Co-Präsidentin des Stiftungsrats und Direktorin des Verbandes Schweizer Medien (VSM) Pia Guggenbühl: «Aufgrund unterschiedlicher strategischer Auffassungen gab er im Mai 2026 seinen Rücktritt bekannt.»

Nicht nur der schnelle Abgang von Hitzig, auch das nicht weiterführende Engagement von Fehr lassen aufhorchen.

Nicht so bei Pia Guggenbühl, die auf die Frage des Klein Reports, inwieweit mit dem 65-jährigen Maissen ein Neuanfang möglich sei, anwortete: «Das Präsidium der Stiftung Schweizer Presserat hat die Sicherung und Weiterentwicklung der Institution Schweizer Presserat zur Aufgabe. Der Presserat funktioniert gut. Er braucht keinen Neuanfang. Im Vordergrund steht die Kontinuität der Arbeit des Schweizer Presserats.»

Guggenbühl antwortet im geschliffenen Polit-PR-Sprech. Die Verbandsdirektorin und Politikerin ist noch als Gemeinderätin tätig und amtiert als Finanzvorsteherin der Gemeinde Küsnacht.

Bernard Maissen, der gemäss Nachfrage des Klein Reports beim Presserat per sofort beginnt, sagt zu seiner Wahl in einer Mitteilung vom Donnerstag: «Ich freue mich gemeinsam mit den Trägern des Schweizer Presserats in einem engagierten Gremium einen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung der wichtigen Institution zu leisten. Der Presserat trägt zum Vertrauen in die Schweizer Medienbranche bei, die aktuell mit grossen Herausforderungen konfrontiert ist und gleichzeitig die Chancen der neuen Technologien nutzen muss.»

Fazit des Klein Reports: Dieses Statment hätte man vor 5 Jahren, vor 10 Jahren oder auch vor 20 Jahren machen können.