Unter dem griffigen Titel «Er griff mir an die Brüste» hat der «SonntagsBlick» eine Geschichte aus dem Konkurrenzverlag Tamedia (TX Group) aufgegriffen.
Der Verlag habe in der Westschweiz bei «24 heures» zwei Kadermitarbeiter freigestellt. «Es geht um Vorwürfe von Sexismus, sexualisierter Gewalt und Drogenkonsum», schreibt Redaktor Raphael Rauch im Lead.
Ein Fall geschah im Umfeld einer Weihnachtsfeier 2018. Der damalige Chefredaktor Claude Ansermoz erklärt im Nachgang gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Hätte ich davon gewusst, hätte ich etwas dagegen unternommen.» Denn offenbar, hat es lange Zeit keine offizielle Meldung gegeben.
Eric Lecluyse wurde vom Tamedia-Verlag gebeten, noch einbisschen länger zu bleiben.
Denn gemäss «SonntagsBlick» wurde der designierte Chefredaktor im Januar diesen Jahres freigestellt, später ein weiterer Kadermann. Nun prüft die Kanzlei PG Avocats in Lausanne die Vorfälle.
An dieser Weihnachtsfeier soll einer der Kadermitarbeiter an einer Afterparty in einer Disco in Lausanne gegenüber einer jungen Journalistin übergriffig geworden sein. «Er hat mich plötzlich auf den Mund geküsst. Ich war wie gelähmt. Damit habe ich nicht gerechnet.»
Später habe er ihr an die Brüste gegriffen. «Ein Praktikant griff daraufhin ein und sagte dem Kadermann, er solle nach Hause gehen», zitiert der «SonntagsBlick» die Journalistin, die erklärte, dass sich der Mann ihr einige Tage später am Arbeitsplatz genähert habe und von einem fantastischen Abend gesprochen habe und dass sie allen Spiessern eine Lektion erteilt hätten.
«Er hat sich nicht entschuldigt und das Ganze als Scherz abgetan. Für mich hatte das überhaupt nichts von einem Scherz», zitiert Raphael Rauch die Journalistin.
Neben diesem Fall geht es um eine angebliche Affäre 2023, die der designierte Chefredaktor mit einer jungen Mitarbeiterin gehabt haben soll.
Dann eskalierte es an der Weihnachtsfeier 2025. «Ein anderer Kadermann soll sich unangemessen gegenüber jungen Frauen verhalten haben», schreibt der «SonntagsBlick» weiter.
Da brodelte es schon heftig auf der Redaktion der Tageszeitung «24 heures» in Lausanne. Der Hauptsitz in Zürich wollte eigentlich am 27. Januar den neuen Chefredaktor bekannt geben.
Das passte weder der Personalkommission noch dem Berufsverband Impressum, die offenbar schon länger informiert waren.
Zudem wurde ein Brandbrief der Mitarbeitenden von Lausanne nach Zürich geschickt, worauf Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz die geplante Ernennung stoppte.



