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Montag
25.05.2026

Marketing / PR

Steiner verschafft sich mit dem Tournee-Unterbruch Atemluft und Zeit... (Bild: Facebook/zVg)

Steiner verschafft sich mit dem Tournee-Unterbruch Atemluft und Zeit... (Bild: Facebook/zVg)

Der Vorhang fällt abrupt: Erstmals in der 24-jährigen Geschichte stoppt «Das Zelt» seine Tournee.

Finanzielle Probleme zwingen die mobile Kulturplattform zur Vollbremsung. Die geplanten Vorstellungen in St. Gallen und Luzern werden abgesagt: 73 Künstlerinnen und Künstler sind betroffen.

Für Direktor Adrian Steiner war dieser Schritt notwendig, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Gegenüber dem Klein Report sagte er: «Mit den Absagen haben wir uns Atemluft verschafft, damit wir uns auf die notwendige Finanzierung konzentrieren können». Und er fügt an: «Als früherer Zirkusartist weiss ich, dass man nie aufgeben darf, und mein Hintergrund als Jurist lässt mich die Lage nüchtern einschätzen».

Hauptgrund der Krise seien Altlasten aus der Pandemie und das Grossprojekt «The Dome». «Es war ein Fehler, auf die grosse und zu wenig mobile Einrichtung zu setzen. So ging Zelt-Atmosphäre verloren», sagt Steiner zum Klein Report. Das Riesenzelt für bis zu 5’000 Gäste habe enorme Transport- und Logistikkosten verursacht.

Künftig wolle man wieder mit kleineren Formaten arbeiten. «The Dome» soll stationär bleiben – und vermietet werden.

Bereits Mitte Februar hat der Klein Report die finanzielle Misere des Tourneetheaters publik gemacht. Damals waren Schulden in der Höhe von 2,5 Millionen Franken aufgelaufen. Am 12. März kündete «Das Zelt» zudem die Ausgabe von Partizipationsscheinen an.

Der Betrieb von «Das Zelt» wird nun auf Kurzarbeit umgestellt, gleichzeitig arbeitet Steiner mit dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers an einer Restrukturierung. «Stand jetzt fehlen uns noch zwei Millionen Franken», erklärte er dem Klein Report.

Hoffnung setzt Steiner auf Kleininvestoren, Sponsoren und Stiftungen. Bereits seien über Partizipationsscheine 250000 Franken zusammengekommen, und seitens neuer Aktionäre gebe es Zusagen.

Auch Musiker Florian Ast hält zum Traditionsprojekt. Der Sänger spricht von einer «besonderen Bühne» und unterstützt die Neuausrichtung. «Ich hoffe, dass das Projekt seinen Glanz wiederfindet», sagt Ast. Sollte «Das Zelt» im Herbst wie geplant zurückkehren, wäre er «selbstverständlich» wieder mit dabei.

Steiner ist überzeugt, den Betrieb im kommenden September in Basel wieder aufzunehmen. Dann soll auch eine aufwendig produzierte Hochglanzpublikation «Das Zelt Magazin» erscheinen.

Dazu sagt Steiner dem Klein Report: «Beim Inserateverkauf haben wir die grosse Solidarität der Schweizer Wirtschaft gespürt. Das macht Mut». Trotz Krise spüre er viel Rückhalt. «Unser Schicksal ist den Menschen nicht egal», so Steiner abschliessend.