Aufsehen erregend genug war der Wechsel von der Regionalfernsehkonzession TeleBielingue zu Canal B in Biel. Das erste Mal ein Konzessionswechsel in 15 Jahren.
Der neue Regionalsender für die Region Biel, den Grand Chasseral, das Seeland, den Seebezirk und die Agglomeration Grenchen startete am 1. Juli und holte sich vorab die Glückwünsche und Ratschläge des Medienministers Albert Rösti im Bundeshaus.
Der Klein Report hat bei Aline Studer (31), Chefredaktorin für die Deutschschweizer Redaktion nachgefragt, wie Canal B die Herausforderungen der Zweisprachigkeit meistert, wie die 30 Minuten mit Albert Rösti waren und wie der Sendestart am 1. Juli verlief.
Wie ist aus Ihrer Sicht der erste Sendetag verlaufen?
Aline Studer: «Der erste Sendetag war natürlich hektisch. Wir haben zwar Tests gemacht, aber in der Praxis ist dann doch Vieles anders. Aber wir konnten unser Ziel einhalten. Um 18:30 Uhr wurde die erste Nachrichtensendung in zwei Sprachen ausgestrahlt. Das hat mich und das ganze Team sehr stolz gemacht.»
Was war im Vorfeld schwierig, um den TV-Launch zu stemmen?
Studer: «Einerseits wussten wir lange nicht Bescheid, ob das Bundesverwaltungsgericht uns die Konzession zuteilen wird. Trotz dieser Ungewissheit liefen die Arbeiten auf Hochtouren, um einen neuen Fernsehsender lancieren zu können. Daneben gibt es unendlich viele Dinge zu berücksichtigen. Ein zweisprachiges Team aus Journalistinnen und Journalisten aufzubauen, zum Beispiel, oder das rein technisch alles funktioniert.»
Die Regie kommt aus Neuenburg. Wie muss man sich den technischen Ablauf vorstellen?
Studer: «Die Regie steuert aus Neuenburg das gesamte Studio, bis hin zum Newsprompter. Die Nachrichtensendungen werden aufgezeichnet und dafür sind wir in ständigem Kontakt mit der Regie. Eine gute Koordination ist das A und O.»
Die Redaktion hat Medienminister Albert Rösti am Vormittag des 1. Juli im Bundeshaus (Nord) besucht. Wie ist das abgelaufen?
Studer: «Wir hatten Bundesrat Rösti schon vor einigen Wochen kontaktiert. Seine Kommunikationsverantwortliche hat uns 30 Minuten zugesichert, für je ein Interview in Deutsch und Französisch. Aufgrund der kurzen Zeit war uns wichtig, dass wir uns gut auf das Interview vorbereiten. Schliesslich soll das Publikum nicht merken, dass wir unter Zeitdruck sind.»
Was hat Medienminister Rösti Canal B mit auf den Weg gegeben?
Studer: «Der Bundesrat hat die Wichtigkeit der Regionalmedien betont. In seinen Augen werden regionale Themen von grossen, nationalen Medien kaum noch abgedeckt. Ausserdem hat er den Medien geraten, die sozialen Medien als Chance zu sehen und nicht als Bedrohung.»
Canal B sendet auf Französisch und auf Schwiizerdütsch. Was sind die besonderen Herausforderungen für Sie als Chefredaktorin?
Studer: «Natürlich ist es täglich von Neuem eine Herausforderung, unser Publikum mit interessanten Geschichten aus der Region zu versorgen. Im Zusammenhang mit der Zweisprachigkeit gibt es verschiedene Knackpunkte. Viele Beiträge müssen in die andere Sprache übersetzt werden. Das braucht viel Zeit und das Team muss sich sehr gut absprechen. Dazu kommt, dass vielleicht nicht jedes Thema für beide Sprachkanäle interessant ist. Da muss man triagieren.»
Worauf konzentrieren Sie sich nun im Tagesgeschäft die nächsten Monate?
Aline Studer: «Im Moment konzentrieren wir uns auf unser reduziertes Sommerprogramm. Das besteht aus einer Nachrichtensendung, dem Wetter und einer Sommerserie mit Ausflugstipps. Unser Ziel ist, dass wir das, was wir machen, richtig machen. Die Idee ist, das Programm in einigen Wochen weiter auszubauen, mit zusätzlichen Sendungen – sei es im Sport, oder in der Kultur.»



